Imam-Fortbildung in Frankfurt
Positives Fazit nach erster „Imam-Fortbildung“ (PM Frankfurter Dezernat für Integration, 14. Juni 2010)
• Teilnahme von 20 Männer und 6 Frauen aus 20 Moscheegemeinden
• 11 Programmtage zur Bundesrepublik Deutschland sowie zu Frankfurt
• Programmangebot des AmkA in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und einer interreligiösen Projektgruppe.
Zum Abschluss der ersten Frankfurter Fortbildung für Imame und muslimische Seelsorgerinnen und Seelsorger hat Integrationsdezernentin Dr. Eskandari-Grünberg heute ein positives Fazit gezogen.
Eskandari-Grünberg überreichte Teilnahmebescheinigungen an 20 Männer und 6 Frauen aus 20 Frankfurter Moscheevereinen, die sich seit Januar 2010 in 11 Programmtagen mit Geschichte, Gesellschaft und Politik der Bundesrepublik Deutschland sowie mit ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt Frankfurt beschäftigt hatten.
Die Fortbildung war von Beginn an stark nachgefragt und stieß auch in der Öffentlichkeit auf großes Interesse.
Eskandari-Grünberg: "Mein Fazit aus dieser Fortbildung hat zwei Teile: Diese Fortbildung war ein Erfolg. Gerade dieser Erfolg verweist aber darauf, dass einiges noch nicht selbstverständlich ist. Es ist noch nicht selbstverständlich, dass sich Imame und andere Verantwortliche von Moscheegemeinden in Deutschland auskennen. Sie bewegen sich noch nicht wie selbstverständlich in unserer Gesellschaft. Aber auch auf Seiten der nichtmuslimischen Bevölkerung gibt es noch viel Unsicherheit, wie man sich zueinander verhalten solle. Es gibt zu wenig Möglichkeiten zur Begegnung, und wo es sie gibt, werden sie zu selten genutzt. Es herrscht immer noch viel Unkenntnis über 'den Islam' und 'die Muslime'. Eine Folge davon ist, dass Pauschalurteile, Unterstellungen und Gerüchte - auch Ängste - einfacher Platz greifen. Es gibt weniger Kontakte, als es geben könnte und müsste. Doch eines entspringt dem anderen: Kontakte befördern das Wissen, Wissen befördert den Dialog."
Das Programm wurde vom Bundesinnenministerium durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit 33.000 Euro gefördert. Neben dem vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten entworfenen Programm spielte die nachhaltige Vernetzung des Projekts in der Stadtgesellschaft eine Rolle in der Förderentscheidung: Der enge interreligiöse Dialog in Frankfurt sowie die gute Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen Kirchen, Moscheegemeinden und städtischen Einrichtungen sind zugleich eine Besonderheit gegenüber vergleichbaren Projekten in Berlin oder München. Das Programm wurde in Frankfurt von einer interreligiösen Projektgruppe begleitet.
Wichtige Anliegen der Fortbildung waren es, die Imame und Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht nur mit den politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Strukturen der Bundesrepublik vertraut zu machen, sondern sie auch für ihre eigene Rolle im Gemeindeleben in Deutschland zu sensibilisieren. In Vorträgen, Exkursionen und Hintergrundgesprächen – z.B. im Wiesbadener Landtag, im Oberlandesgericht Frankfurt, im Frankfurter Römer, in einem Rhein-Main-Jobcenters aber auch in der Frankfurter Synagoge und in der Jüdischen Gemeinde – konnten auch kritische Themen zur Sprache gebracht werden. Die Sprache der Fortbildung war Deutsch, Übersetzungsleistungen (Türkisch und Arabisch) wurden angeboten und genutzt.
"Diese Termine waren häufig nicht weniger ein Gewinn für die Gastgeber und Vortragenden", soEskandari-Grünberg. "Für viele von ihnen war es eine erste Gelegenheit, mit muslimischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern ins Gespräch zu kommen."
Bei der Übergabe der Teilnahmebescheinigungen wandte sich die Dezernentin an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Sie haben in den Frankfurter Gemeinden und in ihrem Umfeld eine wichtige Aufgabe: Ich möchte ich Sie bitten und Sie auffordern: Nutzen Sie die neuen Informationen und Kontakte für Ihre Arbeit. Nutzen Sie sie für Ihre Gemeinden und für Kontakte zu ihren Nachbarn. Auch Sie selbst können Ihrem Umfeld gegenüber ein wichtiges Stück Willkommenskultur leisten. Auch in muslimischen Gemeindeleben müssen die Grundwerte dieses Landes gelten und vermittelt werden."
„Diese Fortbildung erfolgt im Zusammenhang mit unseren übrigen Projekten mit Frankfurter
Moscheevereinen. Auch sie gehört zu der klaren Linie, die wir verfolgen. Die Ergebnisse sind Schritte in die richtige Richtung. Wir werden diesen erfolgreichen Weg fortsetzen“, so Eskandari-Grünberg.
Kontakt:
Dezernat XI - Integration
Lange Straße 25-27, 60311 Frankfurt a. M.
v.ungern-sternberg@stadt-frankfurt.de, 069-212.45306
Notiz:
Quelle: AMKA Frankfurt